Trägergeschichte

Der Verein „Zwischen Uns“ gründete sich im Jahr 2008 aus einem Initiativkreis von Schülern, Eltern und Lehrern der ersten Abschlussklasse der heilpädagogischen Förderschule „Parzival-Schule Aachen“.
Gemeinsam wollte man Wege suchen, den gewachsenen Klassenverband für einen Teil der Schüler zu erhalten, im Strom des bis dahin gelebten Menschenbildes einen Zugang ins Arbeitsleben zu finden und auch die Perspektive eines ihm  entsprechenden Wohnens zu entwickeln.
Zu den Grundmotiven gehörte der starke Wille, die eigenen Ideen auch selbst umzusetzen und das Wagnis einzugehen, diesen Schritt unabhängig von den gängigen Formen der  „Werkstätten für Behinderte“ zu tun.

Es sollte eine Ausgliederung in Industriegebiete mit großer Mitarbeiterzahl  vermieden und übersichtliche soziale Beziehungen innerhalb der Mitarbeiterschaft (mit und ohne Behinderung) ermöglicht  werden, um für alle die Gefahr der Entfremdung in der Arbeit nicht aufkommen zu lassen. Statt nur einen Arbeitsschritt  bei der Herstellung eines Produktes zu durchschauen, sollten möglichst ganze Einheiten vom Rohmaterial bis zum Verkauf an den Kunden in der Hand und vor den Augen der Mitarbeiter von statten gehen.

So gewann der gemeinsame Wille in einem Filz-und Malatelier, der „Filzblüte“ in der Südstraße 27 in Aachen eine erste Gestalt.
Die „Filzblüte“ entwickelte drei verbundene Bereiche des gemeinsamen Tuns:
1. Das Filz- und Malatelier mit seiner Arbeit an der Gestaltung von Wollprodukten, das zugleich ein reiches Feld an individuellen Fördermöglichkeiten sensomotorischer Fähigkeiten  bietet. Hier steht das individuelle Tun im Vordergrund.
2. Die Küche mit ihrer sozialen Funktion der Arbeit für die Gemeinschaft, dem Aspekt gemeinsames Leben, das  Miteinander Essen immer bedeutet. Hier bildet sich in Kaffee- und Mittagspause ein guter Rahmen des Austausches über die Arbeitsgemeinschaft hinaus.
3. Der Laden, der so etwas wie die Tür zur Welt ist, durch die Menschen zu Besuch kommen und bei einer Tasse Kaffee auch gastfreundlich empfangen werden.

Es spiegeln sich in diesen Bereichen die individuellen Dimensionen (vor allem  im Atelier), die sozialen Dimensionen (vor allem  in der Küche und beim Essen) und der Freiheitsimpuls, neugierig und weltoffen  nach draußen zu schauen  (vor allem im Laden) eines jeden Menschen wieder.
So ist die Filzblüte seit November 2009 im Sinne des Inklusionsgedankens eine erste Gestaltwerdung des  neuen Weges,  den die Träger des Vereins „Zwischen Uns“  gehen wollen.

Von Anfang an war diese als erste Gestalt gedacht, die Frucht bringen sollte, d.h. keine elitäre Einzelerscheinung bleiben sollte. Sie will als Impuls wirken, ähnliche Initiativen ins Leben zu rufen.
Dabei schwebte nicht die Bildung einer Großorganisation  vor, sondern eher der Gedanke eines Netzes freier Träger, die in ihrer je eigenen Selbstheit miteinander in Kommunikation stehen.